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Ambulante Dienste – Selbsthilfe – Interessenvertretung

Ambulante Dienste

Durch ambulante Dienste wird es Menschen mit Behinderung ermöglicht, in der häuslichen Umgebung Unterstützungsmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen, wie z. B. Therapiemaßnahmen oder Freizeitgestaltung, in Anspruch zu nehmen.

Im Bereich der ambulanten Hilfen fördern wir

  • ambulante und familienunterstützende Dienste,
  • ambulant betreutes Wohnen,
  • Beratungsdienste,
  • Frühfördermaßnahmen.

Selbsthilfe – Interessenvertretung

Die Selbsthilfearbeit stellt einen wichtigen Baustein der Behindertenhilfe dar. Durch sie wird ein Informations- und Erfahrungsaustausch gewährleistet, der den Menschen mit Behinderungen dazu verhilft, ihre eigenen Interessen kompetent zu vertreten und Unterstützung von ebenfalls Betroffenen zu erhalten.

Um diese Arbeit zu unterstützen, fördern wir z. B.

  • Fortbildungen und Seminare,
  • Informationsveranstaltungen und Tagungen,
  • Informationsmaterialien,
  • technische Ausstattung (Beamer, EDV u. ä.),
  • Büroausstattung.

 

Projektbeispiel:

„TISP II – Taubblindeninklusion durch Sport“

Bei taubblinden Menschen liegt eine doppelte Sinnesschädigung vor. Diese komplexe Sinnesbehinderung ist nicht nur dann gegeben, wenn Hör- und Sehvermögen vollständig ausfallen, sondern auch bei häufig auftretenden Kombinationen von unterschiedlich starken Hör- und Sehschädigungen.

Taubblindheit ist trotz vieler Initiativen und Aktivitäten in Deutschland immer noch weitgehend unbekannt. In Nordrhein-Westfalen leben ca. 1.900 taubblinde Menschen. Dennoch existieren kaum auf diese Behinderung spezialisierte Einrichtungen, Wohnangebote oder Beratungsstellen.

Die Stiftung taubblind leben wurde 2010 mit dem Ziel gegründet, die Lebenssituation von taubblinden und stark hörsehbehinderten Menschen zu verbessern und Selbstbestimmung und Teilhabe zu ermöglichen. In 2016/17 hat sie in Kooperation mit der Gold-Kraemer-Stiftung und der Kämpgen-Stiftung im Rahmen des einjährigen Pilotprojektes „TISP – Taubblindeninklusion durch Sport“ gemeinsam mit dem Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport ein erstes Sportangebot für taubblinde und stark hörsehbehinderte Menschen geschaffen. Für die Dauer von einem Jahr wurde in einem Rhythmus von zwei Wochen ein sportliches Betätigungsangebot für eine Gruppe von sieben Taubblinden gemeinsam mit ihrer persönlichen Assistenz angeboten. Dabei wurden einzelne Sportangebote der Taubblindenselbsthilfe aufgegriffen und in Kooperation mit den Teilnehmern und dem Übungsleiter zu einem regelmäßigen Angebot entwickelt.

Aktuell führt die Stiftung taubblind leben das Projekt „TISP II – Taubblindeninklusion durch Sport“ durch, das an das Pilotprojekt anknüpft. Auf Grundlage des erstellten Leitfadens werden ein rehabilitatives Sportangebot für taubblinde Menschen in drei Städten in Nordrhein-Westfalen aufgebaut und Basketballturniere durchgeführt. Vorgesehen sind hierfür der Gemeinschaftssportverein der Gold-Kraemer-Stiftung in Frechen, der Sportverein DJK Franz Sales Haus e. V. in Essen und die Von Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel in Bielefeld.

www.stiftung-taubblind-leben.de

Qualifizierung von Menschen mit Schädelhirnverletzung für die Leitung einer Selbsthilfegruppe

Die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung wurde 1983 gegründet mit dem Ziel, Menschen zu unterstützen, die aufgrund eines Unfalls eine Schädelhirnverletzung erlitten haben. Die Arbeit der Stiftung umfasst die Beratung und Begleitung von Betroffenen sowie ihrer Angehörigen, die Förderung gemeinnütziger Einrichtungen, die aktive Öffentlichkeitsarbeit, die Forschungsförderung auf dem Gebiet der Neurowissenschaften sowie die Prävention durch gezielte Aufklärungsarbeit über Unfallursachen- und Risiken.

Die Kämpgen-Stiftung unterstützt aktuell die Durchführung eines Seminars zur Leitung von Selbsthilfegruppen für schädelhirnverletzte Menschen und ihre Angehörigen. Durch das Seminar sollen die Teilnehmer in der Gründung und Leitung einer Selbsthilfegruppe, der Moderation von Gesprächskreisen, den Umgang mit Konflikten und der Gestaltung von Programmpunkten und teilhabeorientierten Unternehmungen qualifiziert werden. Durch das Angebot soll die Gründung neuer Selbsthilfegruppen unterstützt und eine Versorgungslücke geschlossen werden.

www.hannelore-kohl-stiftung.de

„Seele trifft auf Schule“ – Informationsprojekt über psychische Erkrankungen bei jungen Menschen für Schulen

Der Verein Hilfe für psychisch Kranke e. V. Bonn/Rhein-Sieg wurde 1980 als eine Interessenvertretung für Angehörige und deren Familienmitglieder mit psychischer Erkrankung oder Behinderung gegründet. Die Angebote des Vereins umfassen Angehörigen-Gruppen, Angebote für Kinder und Jugendliche psychisch kranker Eltern, präventive Schulprojekte und Schulungen zum Thema „Psychische Erkrankungen“, Externes Arbeitstraining für Betroffene und Integration in das Arbeitsleben sowie diverse Vorträge und Veranstaltungen. Ziel des Vereins ist die Unterstützung der Angehörigen und die Hilfestellung für die betroffenen Familienmitglieder zur Bewältigung der Krankheit und zur Re-Integration in das gesellschaftliche und berufliche Leben. Weiter soll durch aktive Aufklärungsarbeit ein besseres Verständnis für psychische Erkrankungen in der Öffentlichkeit geschaffen werden.

Gemäß Studien weisen ca. 10 % der Kinder und Jugendlichen weltweit emotionale Störungen auf, 25 % gelten als psychisch auffällig und 5 % als chronisch psychisch krank. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation zufolge wird es in den nächsten Jahren zu einer deutlichen Zunahme von psychischen Erkrankungen bei jungen Menschen kommen. Dabei kann das frühzeitige Aufsuchen von Hilfsangeboten den Leidensweg von Betroffenen und ihren Angehörigen deutlich verkürzen.

Diese Ausgangslage hat den Verein 2002 veranlasst, mit dem Projekt „Seele trifft auf Schule“ zu starten. In 2008 wurde das Konzept gemeinsam mit Pädagogen, Ärzten, Psychiatern und Gesundheits- und Kommunikationsfachleuten überarbeitet und seitdem stetig weiterentwickelt. Im Rahmen des Projektes führt der Verein kostenlose Informations- und Fortbildungsveranstaltungen zum Thema „Psychische Erkrankungen bei jungen Menschen“ in weiterführenden Schulen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises durch. Die Veranstaltungen richten sich an Schüler, Lehrer, Eltern und Schulsozialarbeiter. Im monatlichen Rhythmus klären Fachleute sowie Angehörige über die verschiedenen psychischen Erkrankungen auf, geben konkrete Tipps für den Umgang mit Betroffenen und erläutern die Zusammenhänge zwischen Suchtmittelkonsum und dem Auftreten von psychischen Erkrankungen.

Betroffene schildern zur besseren Veranschaulichung ihre persönliche Krankheitsgeschichte. Diese Zusammensetzung gewährleistet, dass die unterschiedlichen Erfahrungen zu diesem Themenbereich dargestellt werden können. Ziel des Projektes ist, bestehende Vorurteile abzubauen, die Teilnehmer umfassend über die Behandlungsmöglichkeiten zu informieren und präventive Arbeit zu leisten. Neben den Informationsveranstaltungen für Schüler und den Fortbildungen für Schulsozialarbeiter, werden seit 2014 zusätzlich Workshops für Eltern durchgeführt, um auch das wichtige häusliche Umfeld in die Informations- und Präventionsarbeit miteinzubeziehen.

Es wurden bisher über 6.000 Personen erreicht. Für 2018 sind bereits alle Termine festgelegt und für 2019 bereits teilweise gebucht. Insbesondere nach Informationsveranstaltungen für Schüler kann ein vermehrter Zugriff auf die Internetseite des Vereins festgestellt werden. Darüber hinaus nutzen immer mehr Schüler nach einer Veranstaltung die Beratungs- und Informationsangebote durch das Aufsuchen von vertraulichen Einzelgesprächen oder über die telefonische Kontaktaufnahme.

Damit diese präventive und aufsuchende Arbeit mit den Schülern, Eltern und Pädagogen weiterhin kostenfrei fortgeführt werden kann, fördert die Kämpgen-Stiftung das Projekt für das Schuljahr 2017/2018.

www.hfpk.de

 

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